Agentic Commerce: Wenn Einkauf nicht nur Einkauf ist

Agentic Commerce: Wenn Einkauf nicht nur Einkauf ist
Photo by Zan Lazarevic / Unsplash

In einer der letzten Doppelgänger-Folgen hat Philipp Klöckner sehr deutlich den Hype rund um #AgenticCommerce kritisiert und anhand aktueller Zahlen dargestellt, welch einen verschwinded kleinen Anteil diese Geschmacksrichtung von E-Commerce aktuell ausmacht. Das ist aus meiner Sicht unstrittig - genau wie die Feststellung, das derzeit eine ganze Schar von Berater:innen und Software-Plattformen versuchen, Händler:innen ihre Stundensätze und Produkte schmackhaft zu machen, um in diesem jungen Markt die Nase vorn zu haben. Ein klassischer Anbieter-Markt, wie es E-Commerce eigentlich immer schon war.

Es gibt aber einen Punkt, der bei dieser Diskussion zu kurz kommt: in einem Agenten-dominierten Internet verschwimmen die Domänengrenzen. Was meine ich damit? Wir haben als menschliche Internet-User:innen in den letzten 25 Jahren gelernt, nach den gewünschten Produkten zu googeln und in einem Onlineshop zu kaufen. Der Einkauf ist damit ein isolierter Akt (hier klammere ich mal bewusst das inspirierte, Social-Media-getriebe Spontanshopping aus.) Power-Shopper:innen wurden zwar über die Jahre Tools wie Einkaufs- und Wunschlisten sowie Abo-Mechanismen an die Hand gegeben, um den Prozess fluffiger zu gestalter, aber insgesamt war ein Einkauf ein Einkauf.

Enter Agents. Sie können Browser fernsteuern oder aber direkt mittels passender Protokolle mit Informations-Anbietern interagieren. Die Folge: um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, bedienen sich diese Entitäten domänenübergreifend am gesamten verfügbaren Informationsangebot und den entprechenden Transaktionsmechanismen.

Wenn etwa die Aufgabe ist, die 4-köpfige Familie mit einem gesunden Abendessen zu versorgen, dann liegt natürlich der Gedanke an einen entsprechend gefüllten Warenkorb beim Lebensmittel-Onliner nahe. Weitet man aber den Blick etwas, und die Familie lädt im Anschluss noch Freund:innen zum Wein ein, dann ergeben sich Aufgaben in anderen Domänen: der Wein-Auswahl wird agentisch abgestimmt (looking at you Nomi Wine), die Musik online zusammengestellt, das Taxi für die Rückfahrt bestellt - und der Aspirin-Vorrat aufgefüllt.

All das geht über das klassische Online-Shopping hinaus, und aus meiner Sicht ergeben daraus eine ganze Menge Chancen für persönliche Agents, die auch Einkaufen, aber nebenher eine ganze Dinge mehr erledigen. Freue mich daher sehr, das nächste Woche auch mit den Thinktank-Buddies und den Besucher:innen des A!-Day in München nächste Woche zu diskutieren.

(Dieser Beitrag wurde zuerst auf LinkedIn veröffentlicht.)